FESTIGKEITSKLASSEN

Betonfestigkeitsklassen (EN 206)

Nach EN 206 wird die Betonfestigkeit durch eine Klasse wie C25/30 angegeben — die Klasse setzt eine Untergrenze für die Festigkeit, aber oft ist es die Expositionsklasse mit ihren eigenen Dauerhaftigkeits-Grenzwerten, die die Mischung bestimmt.

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Eine Festigkeitsklasse wird als C(Zylinder)/(Würfel) geschrieben — C25/30 bedeutet zum Beispiel eine charakteristische Festigkeit von 25 N/mm² am Zylinder und 30 N/mm² am Würfel, jeweils nach 28 Tagen. Die in der Mischungsberechnung verwendete Zielfestigkeit fcm liegt oberhalb der charakteristischen Festigkeit fck, um ein Vorhaltemaß von etwa 8 N/mm² für die normale Streuung erhöht — die Bemessung erfolgt also nicht genau an der charakteristischen Grenze.

Klassen im Überblick

KlasseTypische Anwendungen
C20/25Sauberkeitsschicht, unbewehrter Beton, gering beanspruchte Bauteile
C25/30Allgemeiner Stahlbeton
C30/37Häufig für Stahlbeton bei Karbonatisierung / mäßiger Exposition
C35/45Stärkere Exposition — Chloride, Frost-Tau-Wechsel
C40/50Höhere Anforderungen an Festigkeit und Dauerhaftigkeit
C45/55Höhere Anforderungen an Festigkeit und Dauerhaftigkeit
C50/60Höhere Anforderungen an Festigkeit und Dauerhaftigkeit

Die Festigkeitsklasse ist nur ein Teil des Bildes: Die Expositionsklasse des Bauteils (Karbonatisierung, Chloride, Frost-Tau-Wechsel, chemischer Angriff) legt eigene Dauerhaftigkeits-Grenzwerte fest, die eine stärkere oder reichhaltigere Mischung erfordern können, als die Festigkeitsklasse allein nahelegt. Siehe die Verfahrensseite für die Zusammenführung beider Anforderungen.

Mischungsentwürfe je Klasse

Würfel, Zylinder und die deutsche Prüfpraxis

In Deutschland wird die Druckfestigkeit überwiegend an Würfeln mit 150 mm Kantenlänge geprüft. Neben der Referenzlagerung unter Wasser nach DIN EN 12390-2 lässt DIN 1045-2 eine Trockenlagerung zu; die Ergebnisse werden dann auf die Referenzlagerung umgerechnet (für Normalbeton mit dem Faktor 0,92). Beim Vergleich eines Prüfberichts mit der bestellten Klasse – etwa C30/37, also 37 N/mm² charakteristische Würfelfestigkeit – sollten Probekörper und Lagerungsart daher immer mit betrachtet werden.

Festigkeitsklasse und Überwachungsklasse

Die Festigkeitsklasse bestimmt nach DIN 1045-3 auch, wie der Beton auf der Baustelle überwacht wird. Beton niedriger Festigkeitsklassen ohne besondere Expositionsanforderungen fällt in der Regel in Überwachungsklasse 1; ab C30/37 sowie für bestimmte Expositionsklassen gilt Überwachungsklasse 2 mit zusätzlicher Überwachung durch eine anerkannte Stelle, hochfester Beton fällt in Überwachungsklasse 3. Wer eine höhere Klasse „zur Sicherheit“ bestellt, löst damit also auch einen höheren Überwachungsaufwand aus.

Orientierung nach Bauteil

Unbewehrte Fundamente und Sauberkeitsschichten kommen oft mit niedrigen Klassen aus; bewehrte Innenbauteile und Decken liegen häufig bei C20/25 bis C30/37; Außenbauteile, befahrene Flächen, Parkdecks und Bauteile mit Tausalz- oder Frostbeanspruchung erfordern höhere Klassen und oft Luftporenbeton. Maßgebend ist stets die Kombination aus Tragwerksplanung und den verifizierten Mindestanforderungen der Expositionsklassen im geltenden Regelwerk.

Häufige Fragen

Was bedeutet C25/30?

Die erste Zahl, 25, ist die charakteristische Zylinderdruckfestigkeit in N/mm²; die zweite, 30, ist die charakteristische Würfeldruckfestigkeit in N/mm². Beide beschreiben denselben Beton, geprüft an unterschiedlichen Probekörperformen.

Entscheidet die Festigkeitsklasse allein über die Mischung?

Nein. EN 206 legt zusätzlich Dauerhaftigkeits-Grenzwerte je Expositionsklasse fest — maximaler w/z-Wert, Mindestzementgehalt, Mindestfestigkeitsklasse und, wo relevant, Mindestluftgehalt. Maßgebend ist jeweils die strengere Anforderung aus Festigkeit oder Exposition.

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