FESTIGKEITSKLASSE · C30/37

C30/37: Pumpbarer Beton braucht mehr als eine hohe Konsistenz

Bei C30/37 treffen häufig höhere Leistungsanforderungen auf Pumpförderung und dichte Bewehrung. Entscheidend ist daher nicht nur die Druckfestigkeit, sondern ein stabiler Mörtel, kontrolliertes Wasser und eine reproduzierbare Konsistenz.

C30/37 vorbemessen
Schematische Darstellung einer Konsistenzprüfung am Frischbeton
Eine Konsistenzmessung beschreibt den Frischbeton. Sie ersetzt weder die Kontrolle des Wasserhaushalts noch den Nachweis der Pumpbarkeit.

Festigkeit und Förderbarkeit sind zwei verschiedene Aufgaben

C30/37 definiert charakteristische Druckfestigkeiten. Für die Pumpe ist diese Bezeichnung jedoch nahezu bedeutungslos. Die Förderbarkeit hängt von Korngrößenverteilung, Mörtelvolumen, Kornform, Viskosität und dem Verhalten des Zusatzmittels ab.

Ein sehr fließfähiger Beton kann trotzdem schlecht pumpbar sein, wenn grobe Körner aus dem Mörtelgerüst ausbrechen oder Wasser und Paste sich unter Druck trennen. Umgekehrt kann ein kohäsiver Beton mit moderater Konsistenz problemlos förderbar sein, wenn die Kornzusammensetzung gut abgestimmt ist.

Der Mörtel muss die grobe Gesteinskörnung tragen

Für Pumpbeton wird ein kontinuierlicher Mörtelfilm benötigt, der Rohrwand und Gesteinskörnung voneinander trennt. Eine ungünstige Sieblinie mit Lücken kann den erforderlichen Pasteanteil stark erhöhen. Dann wird schnell versucht, die Mischung mit mehr Zement oder Wasser „weicher“ zu machen.

Sinnvoller ist zunächst die gemeinsame Kornverteilung zu betrachten. Eine kleine Änderung im Verhältnis von feiner und grober Gesteinskörnung kann die Förderbarkeit stärker verbessern als eine deutliche Erhöhung des Bindemittels.

Der reale w/z-Wert beginnt im Zuschlaglager

Bei einer berechneten Mischung ist die freie Wassermenge definiert. Auf der Anlage kommen jedoch Feuchte aus Sand und Kies, Wasser aus flüssigen Zusatzmitteln und eventuell zulässige Nachdosierungen hinzu. Werden diese Beiträge nicht sauber bilanziert, unterscheidet sich der tatsächliche w/z-Wert von der Planung.

Bei C30/37 kann schon eine relativ kleine Wasserabweichung die Festigkeit, Konsistenz und Dauerhaftigkeit merklich verändern. Deshalb gehören Feuchtemessung und Wasseranpassung zur Produktionskontrolle und nicht nur zur Laborrechnung.

Konsistenzhaltung muss zum Transportweg passen

Ein Beton, der direkt nach dem Mischen die gewünschte Konsistenz erreicht, ist noch nicht automatisch geeignet. Bei längeren Fahrzeiten oder sommerlichen Temperaturen kann die Konsistenz schneller abnehmen als geplant. Zusatzmittelwirkung, Temperatur und Mischzeit sollten deshalb über das reale Zeitfenster der Baustelle geprüft werden.

Bei der Erstprüfung ist es nützlich, Konsistenz nicht nur einmal, sondern nach definierten Zeitabständen zu messen. So entsteht ein praktisches Bild der Verarbeitbarkeitsreserve.

Warnsignale beim Pumpversuch

Solche Beobachtungen sollten mit Materialdaten und Mischungsparametern verbunden werden. Nur so lässt sich unterscheiden, ob Kornverteilung, Wasser, Zusatzmittel oder Temperatur die Ursache ist.

C30/37 als kontrollierter Prozess

Eine gute C30/37-Mischung ist nicht diejenige, die im Labor einmal besonders hohe Festigkeit erreicht. Sie muss im Werk wiederholbar sein, die Pumpe sicher passieren und im Bauteil verdichtet werden können, ohne dass dafür der Wasserhaushalt verändert wird.