DAUERHAFTIGKEIT

Expositionsklasse beschreibt die Einwirkung – die Projektunterlagen liefern die Grenzwerte

DIN EN 206 ordnet Umwelteinwirkungen in Expositionsklassen ein; DIN 1045-2 ergänzt den deutschen Anwendungsrahmen. Die Klassifizierung hilft, den Schädigungsmechanismus richtig zu erfassen. Die konkrete zulässige Zusammensetzung muss anschließend aus den tatsächlich geltenden deutschen Projekt- und Normunterlagen übernommen werden.

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Die wichtigsten Klassenfamilien

FamilieSchädigungsmechanismusLeitfrage
X0Kein relevantes Korrosions-/Angriffsrisiko unter den definierten BedingungenIst eine Dauerhaftigkeitsexposition überhaupt maßgebend?
XCKarbonatisierungsinduzierte KorrosionWie trocken, feucht oder wechselnd feucht ist das Stahlbetonbauteil?
XDChloride, nicht aus MeerwasserWirken Tausalze oder andere Chloridquellen?
XSChloride aus MeerwasserLuft, Eintauchen, Tide oder Spritzwasser?
XFFrost-Tau-AngriffKann der Beton kritisch wassergesättigt gefrieren, ggf. mit Taumitteln?
XAChemischer AngriffWelche aggressive Boden-/Grundwasser-/Chemikalienbelastung liegt vor?

Mehrere Expositionsklassen können gleichzeitig gelten

Ein Bauteil kann gleichzeitig Karbonatisierung, Chloriden und Frost ausgesetzt sein. Deshalb werden die relevanten Mechanismen getrennt klassifiziert und anschließend gemeinsam bewertet. Einfach nur „die strengste Klasse“ aus einer Liste auszuwählen kann Anforderungen eines anderen Mechanismus übersehen.

Warum der Rechner keine DIN-Grenzwerte automatisch einsetzt

Die anzuwendenden Zusammensetzungsanforderungen hängen von Normausgabe, deutschem Ergänzungsregelwerk, Bindemittelsystem und Projektspezifikation ab. Seit 2026 kommt zusätzlich der Übergang zur neuen EN-206-Generation hinzu. Deshalb nutzt der Rechner die Expositionsklasse nur als Kontext und wendet einen maximalen w/z-Wert oder Mindestgehalt erst an, wenn Sie den verifizierten Projektwert eintragen.

Dauerhaftigkeit endet nicht bei der Rezeptur

Prüfschritte für ein reales Projekt

  1. Alle Expositionsmechanismen des Bauteils identifizieren.
  2. Gültige DIN EN 206 / DIN 1045-2 und Vertragsausgaben feststellen.
  3. Zulässige Bindemittel-/Zusatzstoffkombination prüfen.
  4. Verifizierte w/z-, Festigkeits-, Luft- und Zusammensetzungsanforderungen herausziehen.
  5. Diese Werte als Eingaben in die Vorbemessung übernehmen.
  6. Durch Eignungs-/Erstprüfung und Produktionskontrolle bestätigen.

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