Der Wasserzementwert (w/z-Wert)
Der w/z-Wert — das Massenverhältnis von Wasser zu Zement in der Mischung — ist die wichtigste Einzelgröße für Festigkeit und Dauerhaftigkeit von Beton. DIN 1045-2 legt für Deutschland eigene, verbindliche Höchstwerte je Expositionsklasse fest.
Zwei Wege zum w/z-Wert
Der w/z-Wert einer Mischung ergibt sich aus zwei getrennten Überlegungen, die anschließend zusammengeführt werden: Erstens ein aus der Zielfestigkeit fcm abgeleiteter w/z-Wert — grob gesagt, ein niedrigerer w/z-Wert -> höhere Festigkeit. Zweitens ein maximal zulässiger w/z-Wert, den DIN 1045-2 für die Expositionsklasse(n) des Bauteils vorschreibt, unabhängig von der gewünschten Festigkeit. Für die Mischung gilt stets der niedrigere der beiden Werte, sodass die Dauerhaftigkeitsanforderung die Festigkeitsanforderung übersteuern kann.
Warum keine Zahlentabelle hier
Die konkreten maximalen w/z-Werte je Expositionsklasse (X0, XC1–XC4, XD1–XD3, XS1–XS3, XF1–XF4, XA1–XA3) sind in DIN 1045-2 tabelliert und werden zwischen Normausgaben überarbeitet, wie auf der Seite zu den Normänderungen beschrieben. Damit hier keine veraltete Zahl kursiert, die fälschlich für aktuell gehalten wird, ist die Empfehlung eindeutig: Verwenden Sie stets die Tabellenwerte der aktuellen Fassung von DIN 1045-2 für Ihr Projekt, statt sich auf eine erinnerte oder im Internet gefundene Zahl zu verlassen.
Nationale Abweichung von EN 206
DIN EN 206 gibt selbst empfohlene w/z-Grenzwerte je Expositionsklasse vor, räumt den Mitgliedsstaaten aber ausdrücklich das Recht ein, im nationalen Anhang eigene, an lokale Baustoffe und klimatische Bedingungen angepasste Werte festzulegen. DIN 1045-2 ist genau diese nationale Ergänzung für Deutschland: Ihre w/z-Grenzwerte sind gegenüber den europäischen Empfehlungswerten verbindlich und können im Einzelfall strenger oder anders abgestuft sein. Wer mit anderen europäischen Ländern vergleicht, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass dieselbe Expositionsklasse denselben w/z-Grenzwert hat — jedes Land legt seinen eigenen nationalen Anhang fest.
Häufige Fragen
Warum steht hier keine Tabelle mit genauen w/z-Werten?
Weil sich diese Werte zwischen Ausgaben von DIN 1045-2 ändern können und eine hier veröffentlichte Zahl schnell veraltet wäre. Verwenden Sie für Ihr Projekt immer die aktuelle Norm.
Was passiert, wenn ich den w/z-Wert überschreite?
Ein höherer w/z-Wert als zulässig senkt sowohl die zu erwartende Festigkeit als auch die Dauerhaftigkeit gegenüber dem jeweiligen Schädigungsmechanismus und kann dazu führen, dass der Beton die Spezifikation nicht erfüllt.
Kann ich den w/z-Wert durch Zusatzstoffe günstiger anrechnen?
Bei Anrechnung von Typ-II-Zusatzstoffen wie Flugasche über den k-Wert-Ansatz ergibt sich ein wirksamer w/z-Wert, der günstiger ausfällt als eine reine Betrachtung von Wasser zu Zement — siehe die Seite zu Betonzusatzstoffen.