DAS VERFAHREN

So funktioniert die Betonmischungsberechnung nach EN 206

EN 206 schreibt kein einzelnes Rezept vor. Die Norm legt Dauerhaftigkeits-Grenzwerte je Expositionsklasse fest, und die Mischung wird nach dem Verfahren der absoluten Volumen um die jeweils maßgebende Anforderung — Festigkeit oder Dauerhaftigkeit — herum zusammengestellt. Die folgenden Schritte führen von der Bemessung zu einer vorläufigen Mischung, bereit für die Eignungsprüfung.

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Die Schritte

  1. Erforderliche Festigkeitsklasse wählen, z. B. C25/30 oder C30/37.
  2. Expositionsklasse(n) für das Bauteil wählen — X0, XC1–XC4, XD1–XD3, XS1–XS3, XF1–XF4, XA1–XA3.
  3. Die Dauerhaftigkeits-Grenzwerte nach EN 206 für diese Expositionsklasse ablesen: maximaler Wasserzementwert (w/z-Wert), Mindestzementgehalt, Mindestfestigkeitsklasse und, bei Frost-Tau-Beanspruchung, Mindestluftgehalt.
  4. Zielfestigkeit fcm = fck + Vorhaltemaß (etwa 8 N/mm²) aus der charakteristischen Festigkeit fck festlegen.
  5. Wassergehalt anhand des Größtkorns der Gesteinskörnung und der geforderten Konsistenzklasse abschätzen.
  6. Den niedrigeren der beiden w/z-Werte übernehmen: den aus der Zielfestigkeit abgeleiteten Wert oder den Dauerhaftigkeits-Höchstwert der Expositionsklasse.
  7. Zementgehalt berechnen: Zement = Wasser ÷ w/z-Wert, und auf den Mindestzementgehalt der Expositionsklasse anheben, falls dieser höher liegt.
  8. Das verbleibende Volumen nach dem Verfahren der absoluten Volumen auf grobe und feine Gesteinskörnung aufteilen.
  9. Die Mischung durch eine Eignungsprüfung bestätigen, bevor sie im Projekt eingesetzt wird.

Festigkeit oder Dauerhaftigkeit — was ist maßgebend?

Bei einer niedrigen Expositionsklasse wie X0 kann der aus der Festigkeitsklasse abgeleitete w/z-Wert der bestimmende Wert sein. Bei anständigerer Exposition — Chloride, Frost-Tau-Wechsel, chemischer Angriff — sind die Dauerhaftigkeits-Grenzwerte der Expositionsklasse (maximaler w/z-Wert und Mindestzementgehalt) in der Regel strenger, als es die Zielfestigkeit erfordern würde, und die Expositionsklasse wird zur maßgebenden Größe für die Mischung.

Häufige Fragen

Was bestimmt den Wasserzementwert?

Zwei Anforderungen stehen im Wettbewerb: der w/z-Wert aus der Zielfestigkeit fcm und der maximale w/z-Wert, den die Expositionsklasse nach EN 206 vorgibt. Es gilt jeweils der niedrigere Wert, sodass die Dauerhaftigkeit eine reichhaltigere Mischung erfordern kann, als die Festigkeit allein verlangt.

Ist eine Eignungsprüfung trotzdem erforderlich?

Ja. Die Berechnung nach EN 206 liefert eine vorläufige Mischung; die Eignungsprüfung mit den tatsächlichen Baustoffen bestätigt Festigkeit, Verarbeitbarkeit und Dauerhaftigkeit vor dem Einsatz.

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