HÄUFIGE FEHLER

Häufige Fehler bei der Betonmischung

Die meisten Probleme mit der Dauerhaftigkeit oder Festigkeit von Beton lassen sich auf wenige, immer wiederkehrende Fehler bei Planung oder Ausführung zurückführen. Diese Seite fasst die häufigsten zusammen.

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Festigkeitsklasse ohne Expositionsklasse festlegen

Ein häufiger Fehler ist, nur die geforderte Festigkeitsklasse (z. B. C25/30) festzulegen, ohne die Expositionsklasse(n) des Bauteils zu bestimmen. Wie auf der Expositionsklassen-Seite erklärt, können die Dauerhaftigkeits-Grenzwerte der Expositionsklasse — maximaler w/z-Wert und Mindestzementgehalt — strenger sein als das, was die Festigkeitsklasse allein verlangt. Wird die Exposition übersehen, kann eine Mischung entstehen, die zwar die Festigkeitsprüfung besteht, aber unter realen Bedingungen vorzeitig durch Korrosion, Frost-Tau-Schäden oder chemischen Angriff versagt.

Nachträgliches Wasserzugeben auf der Baustelle

Wird einer bereits fertig gemischten Charge auf der Baustelle nachträglich Wasser zugegeben, um die Verarbeitbarkeit zu verbessern, erhöht das den tatsächlichen Wasserzementwert über den in der Eignungsprüfung bestätigten Wert hinaus — mit direkten Folgen für Festigkeit, Dauerhaftigkeit und das Risiko von Wasserabsonderung (Bluten) an der Oberfläche. Wird mehr Verarbeitbarkeit benötigt, ist stattdessen ein Fliessmittel oder eine angepasste, neu berechnete Mischung der richtige Weg. Mehr zum Thema Wasserabsonderung findet sich im Blogbeitrag zur Vermeidung von Bluten (auf Englisch).

Falsche Zuordnung der Feuchtigkeitsklasse

Bei Bauteilen, bei denen eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR) relevant sein kann, wird der Feuchtigkeitsklasse nach der Alkali-Richtlinie häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt oder sie wird zu optimistisch (also zu trocken) eingestuft. Eine falsche Einstufung — etwa WO statt tatsächlich WF oder WA — kann dazu führen, dass ungeeignete Gesteinskörnungen oder Zemente verwendet werden und sich AKR-Schäden erst nach Jahren zeigen. Siehe die Feuchtigkeitsklassen-Seite für die Einordnung.

Häufige Fragen

Warum ist nachträgliches Wasserzugeben so problematisch, wenn es die Verarbeitung erleichtert?

Weil es den w/z-Wert der Charge unkontrolliert verändert, ohne dass dies durch eine Eignungsprüfung abgedeckt ist — Festigkeit und Dauerhaftigkeit der tatsächlich eingebauten Mischung entsprechen dann nicht mehr der ge​prüften Rezeptur.

Reicht die Festigkeitsklasse allein als Spezifikation aus?

In den meisten Fällen nicht. Neben der Festigkeitsklasse sollten immer die zutreffende(n) Expositionsklasse(n) und, in Deutschland, gegebenenfalls die Feuchtigkeitsklasse nach Alkali-Richtlinie festgelegt werden.

Wie vermeide ich diese Fehler am zuverlässigsten?

Indem Festigkeits-, Expositions- und gegebenenfalls Feuchtigkeitsklasse gemeinsam am Anfang der Planung festgelegt werden und Änderungen an der Mischung auf der Baustelle nur nach Rücksprache und mit erneuter Prüfung erfolgen.

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