Konsistenzklassen und Verarbeitbarkeit
Die Konsistenz beschreibt, wie weich oder steif der Frischbeton ist und damit, wie leicht er sich einbauen und verdichten lässt. DIN EN 206 kennt dafür mehrere Prüfverfahren mit jeweils eigenen Klassen. Diese Seite ordnet die gebräuchlichsten ein.
Verdichtungsmaß C0–C3
Das Verdichtungsmaß (DIN EN 12350-4) beschreibt, wie stark sich eine Frischbetonprobe unter definierter Verdichtung setzt, und wird vor allem bei steiferen Mischungen verwendet, bei denen ein Ausbreit- oder Setzmaßversuch kaum noch aussagekräftig ist. Die Klassen reichen von C0 (sehr steif) bis C3 (sehr weich) und entsprechen den traditionellen Bezeichnungen steif, plastisch, weich und sehr weich, die in der Praxis häufig noch parallel zur Klassenbezeichnung verwendet werden.
Ausbreitmaß F1–F6
Das Ausbreitmaß (DIN EN 12350-5, Ausbreittischversuch) ist in der deutschen Praxis das mit Abstand am häufigsten verwendete Konsistenzmaß für normal- bis weichkonsistenten Beton. Dabei wird eine Betonprobe auf einem genormten Tisch durch Stoßbewegungen zum Fließen gebracht; der Durchmesser des entstandenen Betonkuchens ergibt die Klasse, von F1 (steif) bis F6 (sehr fließfähig, im Bereich selbstverdichtender Mischungen). Ein Ausbreitmaß wird auf der Baustelle häufiger angegeben und geprüft als ein Setzmaß, weil es für die in Deutschland üblichen, eher weicheren bis fließfähigen Mischungen empfindlicher und einfacher reproduzierbar ist.
Setzmaß als sekundäres Maß
Das Setzmaß (Slump-Test, DIN EN 12350-2) misst, wie stark ein kegelförmig verdichteter Betonkörper nach dem Entfernen der Form in sich zusammensackt, und wird mit den Klassen S1 bis S5 angegeben. In der deutschen Normenpraxis gilt das Setzmaß eher als alternatives oder ergänzendes Prüfverfahren — zulässig und in DIN EN 206 gelistet, aber im alltäglichen Sprachgebrauch und in Lieferscheinen deutlich seltener anzutreffen als das Ausbreitmaß. Welches Verfahren letztlich vereinbart wird, legt die Projektspezifikation fest; maßgebend ist stets, dass die gewählte Konsistenzklasse zur Bauteilgeometrie, zur Bewehrungsdichte und zum Einbauverfahren passt.
Häufige Fragen
Welche Konsistenzklasse sollte ich wählen?
Das hängt von der Bauteilgeometrie, der Bewehrungsdichte und dem Einbauverfahren ab — eng bewehrte oder komplex geformte Bauteile benötigen in der Regel eine weichere bis fließfähigere Konsistenz, um Kiesnester und Verdichtungsmängel zu vermeiden. Die Projektspezifikation oder der Planer gibt die Zielklasse vor.
Warum wird in Deutschland meist das Ausbreitmaß genannt?
Weil es für den in Deutschland üblichen Konsistenzbereich — von weich bis fließfähig — empfindlicher reagiert und reproduzierbarer ist als das Setzmaß, das eher aus dem angloamerikanischen Raum stammt und dort verbreiteter ist.
Kann ich Ausbreitmaß und Setzmaß direkt ineinander umrechnen?
Es gibt keine exakte, allgemeingültige Umrechnung zwischen beiden Prüfverfahren, da sie unterschiedliche Aspekte des Fließverhaltens erfassen. Legen Sie sich auf ein Verfahren fest und prüfen Sie konsistent danach.