FEINZUSCHLAG

Feine Gesteinskörnung (Feinzuschlag)

Die feine Gesteinskörnung (Sand, Korngruppe bis 4 mm bzw. 0/4) füllt zusammen mit dem Zementleim die Hohlräume zwischen der groben Gesteinskörnung und bestimmt wesentlich Verarbeitbarkeit, Zusammenhalt und Oberflächenqualität des Betons.

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Der Feinanteil in der Stoffraumrechnung

Nach dem Verfahren der absoluten Volumen (Stoffraumrechnung) wird zunächst das Volumen von Wasser, Zement, Luft und grober Gesteinskörnung festgelegt; das verbleibende Volumen im Kubikmeter Beton entfällt auf die feine Gesteinskörnung. Der Feinzuschlaganteil ist also kein unabhängig gewählter Wert, sondern das rechnerische Restglied, das den Stoffraum vollständig auffüllt — siehe die Verfahrensseite für die vollständige Rechenfolge.

Sieblinienbereich

Wie bei der groben Gesteinskörnung wird auch für den Feinanteil ein zulässiger Sieblinienbereich betrachtet: Die Kornverteilung des Sands, aufgetragen über die Siebweiten, sollte innerhalb eines praxisüblichen Bereichs liegen — weder zu grob (schlechter Zusammenhalt, Neigung zu Entmischung und rauer Oberfläche) noch zu feinkornreich (höherer Wasseranspruch, mehr Schwindneigung). Ein zu geringer oder zu hoher Feinanteil im Sand selbst kann die Verarbeitbarkeit der Gesamtmischung spürbar verschärfen, auch wenn Zement- und Wassermenge rechnerisch stimmen.

Kein Zonen-System wie in Indien

In einigen Ländern, etwa Indien, wird feine Gesteinskörnung nach einem Zonen-System (Zone I bis IV) klassifiziert, das den Sand grob nach seiner Kornverteilung in vier Kategorien einteilt. Ein solches Zonen-System existiert in der deutschen Praxis nach DIN 1045-2 / DIN EN 12620 nicht — die Beurteilung erfolgt stattdessen über den kontinuierlichen Sieblinienbereich innerhalb der Stoffraumrechnung, ohne eine feste Zonen-Einteilung. Wer mit dem indischen System vertraut ist, sollte deshalb keine direkte Übertragung der Zonen auf die deutsche Praxis erwarten.

Häufige Fragen

Wie viel Feinzuschlag brauche ich?

Die genaue Menge ergibt sich als Restglied der Stoffraumrechnung, nachdem Wasser, Zement, Luft und grobe Gesteinskörnung festgelegt sind — sie wird nicht unabhängig vorgegeben, sondern berechnet.

Gibt es in Deutschland Sand-Zonen wie in Indien?

Nein, die deutsche Praxis nach DIN 1045-2 kennt kein Zonen-I-bis-IV-System; die Beurteilung erfolgt über den zulässigen Sieblinienbereich.

Was passiert bei zu feinkornreichem Sand?

Der Wasseranspruch der Mischung steigt und das Schwindrisiko kann zunehmen; ist der Sand dagegen zu grob, leidet der Zusammenhalt und die Oberflächenqualität.

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