ZUSATZMITTEL

Betonzusatzmittel nach DIN EN 934-2

Anders als Zusatzstoffe (feine mineralische Stoffe wie Flugasche) sind Zusatzmittel chemische Produkte, die in kleinen Mengen zugegeben werden, um gezielt einzelne Eigenschaften des Frisch- oder Festbetons zu verändern. DIN EN 934-2 regelt die Anforderungen an die wichtigsten Zusatzmitteltypen.

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Die wichtigsten Zusatzmitteltypen

BV (Betonverflüssiger) verbessert die Verarbeitbarkeit bei gleichem Wassergehalt oder erlaubt eine Wassereinsparung bei gleicher Konsistenz. FM (Fließmittel, hochwirksamer Verflüssiger) erzielt einen deutlich stärkeren Effekt und wird typischerweise eingesetzt, um fließfähige bis selbstverdichtende Konsistenzen bei niedrigem w/z-Wert zu erreichen. LP (Luftporenbildner) erzeugt gezielt feine, gleichmäßig verteilte Luftporen im Zementstein und ist die zentrale Maßnahme für Frost-Tau-Widerstand, siehe die LP-Beton-Seite. VZ (Verzögerer) verlängert die Verarbeitungszeit, etwa bei hohen Außentemperaturen oder langen Transportwegen. BE (Beschleuniger) verkürzt umgekehrt die Erstarrungs- und/oder Erhärtungszeit, etwa bei niedrigen Temperaturen oder wenn frühe Festigkeit gefordert ist.

Dosierung

Die Dosierung von Zusatzmitteln wird üblicherweise als Prozentsatz vom Zementgewicht angegeben, zum Beispiel eine Dosierung von 0,5 % bis 2 % eines Fließmittels bezogen auf den Zementgehalt der Mischung. Die genaue Dosierung hängt vom konkreten Produkt, der gewünschten Wirkung und den Herstellerangaben ab und wird im Rahmen der Erstprüfung festgelegt und bestätigt — ein zu niedrig dosiertes Mittel bleibt wirkungslos, ein überdosiertes Mittel kann unerwünschte Nebenwirkungen haben, etwa übermäßige Verzögerung oder zu hohen Luftgehalt.

Zusammenwirken mehrerer Zusatzmittel

In der Praxis werden häufig mehrere Zusatzmittel gleichzeitig eingesetzt, etwa ein Fließmittel zusammen mit einem Luftporenbildner. Da sich Zusatzmittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen können — ein Fließmittel kann zum Beispiel den erzielten Luftgehalt eines LP-Mittels verändern — sollte jede Kombination in der Erstprüfung mit den tatsächlich vorgesehenen Produkten und Dosierungen getestet werden, statt Einzeldosierungen einfach zu addieren.

Häufige Fragen

Sind Zusatzmittel und Zusatzstoffe dasselbe?

Nein. Zusatzmittel sind chemische Produkte in kleiner Dosierung nach DIN EN 934-2 (BV, FM, LP, VZ, BE); Zusatzstoffe sind feine mineralische Stoffe wie Flugasche oder Silikastaub in größeren Mengen, siehe die Seite zu Betonzusatzstoffen.

Brauche ich für jeden Beton ein Zusatzmittel?

Nein, viele Standardmischungen kommen ohne Zusatzmittel aus. Sie werden gezielt eingesetzt, wenn eine bestimmte Eigenschaft — Verarbeitbarkeit, Frost-Tau-Widerstand, Erstarrungszeit — angepasst werden muss.

Kann ich die Dosierung selbst berechnen?

Die Herstellerangaben geben einen Dosierbereich vor; die konkrete Dosierung für Ihre Mischung sollte in der Erstprüfung mit den tatsächlichen Baustoffen bestätigt werden.

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